Donnerstag, 26. September 2013

Teil 2: Santiago | Zona Zentral

So nun zum zweiten Teil, war hier ein bisschen abgelenkt, sonst hätte ich schon früher geschrieben.

Wie gesagt bin ich ja dann über Nacht wieder nach Santiago gefahren und kam hier in den frühen Morgenstunden an. So früh um genau zu sein, das noch nichmal die Metro fuhr.

Gegen Mittag bin ich dann losgezogen um mir das Gegenstück zu La Pampilla, also besser gesagt eines der Gegenstücke dazu, hier in Santiago anzusehen. Man merkte in Santiago übrigens deutlich wo die Feiern stattfanden. Im Zentrum zum Beispiel war einfach garniemand. Ich mein so wirklich niemand. Gehwege leer, Straßen leer, Metrostationen leer. In der Nähe der Fonda, so heißen die Feiern, konnte man sich dagegen ohne jemandem auf die Füße zu treten.

Jo die Fonda war dann auch ganz nett, Präsident war auch da, der muss ein wahres Sprachtalent sein, die Zeitungen zerreißen sich ständig das Maul über ihn. Aber gut, dort dann ganz ähnlich wie auf der Pampilla blos größere Festzelte und teilweise war die Luft einfach weiß vom dampfenden Fleisch und Fett. Hab dann beschlossen n Stück saubere Luft zu suchen und mir die Militärparade anzusehen.


Ganz nett, auch Hubschrauber usw, blos dass da auch n Kinderregiment dabei war war etwas verstörend. Oder vielleicht waren das ja irgendwelche besonders kleinen Indios. Hab ich also so ne Parade auch mal gesehen. Bisschen schizophren das Ganze übrigens, am 11. gibt's hier Straßenschlachten wegen dem "Regimejubiläum" und am 19. feiern se ihr Militär das damals gerutscht hat. Aber gut, die Tage kam übrigens auch n Interview mit dem ehemaligen Chef der DINA, in etwa wie die Stasi blos mehr Tote. Und das Interview war in etwa so wie das mit Frau Honecker. Der fand das eigentlich ganz dufte damals. Aber gut die Gesellschaft ist hier über die letzten 40 Jahre wohl etwas gespalten.


Jo und dann bin ich gegen Abend nach Valparaíso gefahren, kam etwas spät an und war schon in Sorge ich könnte kein Hostal mehr finden aber alles problemlos. Jêróme war übrigens auch gerade dort! Sehr lustiger Zufall, hab den am nächsten Tag mit n paar von seinem Hostal getroffen. Das ist übrigens auch das eine Bild. Jo hab dort dann auf jedenfall ne Stadtführung gemacht und war ganz allgemein in der Stadt unterwegs. Wunderschön und n bisschen chaotisch, aber schaut euch einfach die Bilder an. Die beschreiben das besser als ich es könnte. Auf jedenfall faszinierend mit ihren über 40 Hügeln die auch nicht wirklich gut erreichbar sind, nur mit den alten Schragaufzügen, furniculares, einigermaßen bequem. Also beim Einkaufen was vergessen, da biste schonmal ne Stunde extra unterwegs. Gibt so n paar Besonderheiten hier, zum Beispiel die unglaubliche Menge an Graffitis, geht sogar so weit das Leute Graffitis in Auftrag geben um ihr Haus vor Schmierereien zu schützen.


Abends haben wir dann bei Jêróme im Hostal kurzerhand den Grill in die Gasse davor gestellt und gegrillt. Waren nachher irgendwie so zu 8 oder so, sehr spaßige Gesellschaft. Jo und am nächsten Morgen bin ich auch schonwieder nach Santiago gefahren, wollte mich noch n bisschen auf die Arbeitswoche vorbereiten. Aber die war diese Woche eher suboptimal.


Also sobald es wieder was nettes gibt wird es hier stehen.

Dienstag, 24. September 2013

Teil 1: Norte Chico

So, schonwieder zuviel Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag. Das einzig logische ist da ja wohl den Eintrag zu splitten, sonst geht mir am Ende die Lust am Schreiben aus.

So mal kurz überlegen was wann war. Achja genau. Letzte Woche waren hier ja Nationalfeiertage. Nischd zu tun also, so rein professionell gesehn. Wollte also den momentan recht kühlen Tagen in Santiago gen Norden, gen Wüste, entfliehen. Hab n bisschen rum gezögert, war mir nicht ganz klar wohin und wann. Aber dann bin ich Sonntag durch die Nacht nach La Serena gefahren.

Ist wie gesagt nördlich, so mit Coquimbo das Zentrum der Region nördlich Santiagos. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt denken die ist doch bestimmt der Titel vom Eintrag. Korrekt! Naheliegend.


In La Serena waren Unmengen von Menschen, Umzüge in Trachten und alle wollten noch schnell Flaggen oder Drachen odr Gitarren oder fesche Hütchen mit Chile Bändern dran kaufen. Ist hier von der Beflaggung her gerade ziemlich beeindruckend, man vergisst bestimmt nicht in welchem Land ist. Von der Autodeko ganz zu schweigen. Vorhin hab ich sogar nen Obdachlosenschlafplatz mit Matraze, Plane und Flagge gesehen. Mehr nicht aber Hauptsache ne Flagge. Joa da hab ich mir dann das Städtchen am Meer angesehen und gedacht Nö, ich fahr noch weiter, im Sommer mit Strand hat das mehr zu bieten. Also auf in den Bus und ab nach Pisco! Jip so wie der Schnaps. Man könnte jetzt meinen, klar dann kommt der bestimmt aus dem Ort! Aber nö der kommt eigentlich aus Peru (darf man hier aber nicht laut sagen, is ja immerhin Nationalheiligtum), die Stadt hieß mal anderst aber die Chilenen ham die mal flott umbenannt, Marketing und so.


Hübsches Städtchen, im idyllischen Valle de Elqui. Und wie ich in meinem in La Serena erworbenen Reiseführer las tatsächlich so idyllisch, dass dort nichmal ein Geldautomat existiert! Naja mein beinah letztes Geld ging für den Reiseführer drauf, gut investiert! Stieg ich da also quasi Pleite aus dem Bus mit nur ein paar Dollars aber zum Wechseln bräuchte man ja ne Bank...


Nach einer kurzweiligen, ich spielte mit dem Gedanken ohne Schlafsack zu Campen, mehrstündigen Suche nach einer Schlafgelegenheit, ich hatte mich schon nach dem letzten Bus nach La Serena erkundigt (und nach dem Preis), fand ich dann doch ein gemütliches Hostal. Es war übrigens arschkalt Nachts und die vom Camping ham am nächsten nicht mehr geantwortet, mysteriös!

I'm Hostal lief mir dann Jêróme über den Weg, netter Franzose der glücklicherweise auf der Suche nach Dollars war. Abendbier also gerettet. Schön am Lagerfeuer Sterne geschaut, die Atmosphäre soll hier wohl sehr rein sein, zumindest steht auf jedem Hügel ein Observatorium. War also schon ein Plan für den nächsten Abend entstanden. Am nächsten Morgen hab ich dann mit Jêróme beschlossen mein neu erworbenes Geld nicht zu behalten sondern in eine nahe gelegenen Piscobrennerei zu investieren. Gute Entscheidung! Da eine kleinen Fußmarsch war es dann auch schon früher Nachmittag also wir wieder in Pisco waren. Überall Spiritualität übrigens, Seelenreinigung, Karmatee, bestimmt auch irgendwo Ablassbriefe.


Jêróme, der kommt noch n paar mal vor, und ich fuhren dann nach Vicuña nachdem ich mich seinem Plan angeschlossen hatte von dort in ein Oberservatorium zu gehen. Jo gute Idee blos leider zog es dann zu. Nach einer semi erfreulichen Begegnung mit dem Dorfpenner von Vicuña führen wir dann weiter nach La Serena. Dort, bzw im Nachbarort Coquimbo ist nämlich La Pampilla, das größte Nationalfeiertags-Volksfest in Chile. Und auch n riesiges Betonkreuz. Waren also am nächsten Tag in Coquimbo und Abends auf La Pampilla. Enorme Sache! Quasi zum Schneiden die Luft auf Grund der unzähligen Fress und Grillstände. Is mir jetzt klar woher die Gallensteine kommen. Und dazu dann noch Unmengen von Verkaufsständen, Artisten, nem Jahrmarkt, ner großen Tribüne, nem Festplatz und außen rum die Hügel voller Zelte. Wie dr Wasen ohne Brandschutz ca. Probierte da dann verschiedene Essen und Getränke, das eine, Terremoto hieß es, hat mir auch gefühlt n Loch in n Magen gebrannt. Also Jêróme musste sich gleich setzen und ich merkte es dann später.


Jo und gegen später in der Nacht fuhr ich dann wieder nach Santiago. Dort sollte es nämlich am nächsten noch mehr zu sehen geben. Aber dazu in Teil 2. Achja wer sich jetzt denk, das warn ja bloß 3 Tage. Ich wäre gern noch weiter in den Norden aber dann dauert die Rückfahrt nach Santiago schon nen Tag, also reine Fahrtzeit, und das fand ich nich so sexy. Nächstes mal!

Dienstag, 10. September 2013

Teil 0: Santiago

So nachdem ich jetzt schon immerhin fast 5 Tage in Chile überstanden habe meld ich mal. Bisher gibt es noch relativ wenig zu berichten. Ist ein ganz normaler Winter hier, abgesehen davon vielleicht, dass es Gestern 28°C hatte. Mir graut es da ja ehrlich gesagt schon ein bisschen vor dem Sommer. Meine Mitbewohnerin Marcela hat gesagt es wären normalerweise so 32-34°C, nur selten über 40°C... Sehr beruhigend! Genau mein Ding also. Aber ich verdräng das mal jetzt einfach noch und berichte über die bisherige "Forschungsarbeit".




Hatte bisher 2 Treffen mit Professor Miquel. Sehr sympathisch und zudem spricht er wunderbar deutsch. Welch Erleichterung. Und mal angenehm sich nicht immer das Hirn zu verdrehen nur um mal kurz nach dem Weg zu fragen, aber das legt sich ja noch. Hoffentlich... Die Chilenen haben auch so einen charmanten Dialekt, man muss eigentlich die Verbformen garnicht lernen die lassen eh die Hälfte weg. Aber fällt nicht auf so ein Satz wird auch eher als ein Wort ausgesprochen. Vielleicht werden meine Ohren ja noch flinker. So heut sollte ich auf jedenfall zum ersten Mal mit zu den Untersuchungszentren, soll da bei der Erstellung einer neuen Probandenkohorte helfen. Mediznische Anamnese und so... auf Spanisch.. Höhö... Ne Quatsch erstmal n bisschen aushelfen zum Reinkommen. Is ja auch egal ich hab nämlich heut Morgen den guten Fernando nicht gefunden am Bahnhof, so dass er ohne mich gefahren ist. Geh ich halt Donnerstag zum ersten Mal hin. Professor Miquel hat mich heut schon gewarnt, das ich am Anfang wohl viel frei haben werde. Das macht zwar betroffen aber dann informier ich doch n bisschen über die chilenische Geschichte, Pinochet-Regime und sowas. Achja und deutsche Einwanderer gabs hier auch viele.

Ich hab Gestern erstmal "Schwarz-Brot" gekauft. Schmeckt auch so, also annähernd. Ist auf jedenfall interessant, gibt da viel zu entdecken. Auch ein literarisches Cafe, auch mit deutschen Büchern. So dann werd ich mir heut Abend vielleicht mal eine Bar ansehen, es sollen wohl mehrere Kundgebungen auf Grund des Gedenkens an das Pinochet-Regime sein, ich schau mir das dann aus der Ferne an. Und nächste Woche sind ja auch 2 Nationalfeiertage. Großartig! Mal schaun wie ich die nutzen werde. Die Bilder zeigen übrigens den Parque Busquamante, in direkter Nachbarschaft zu meiner Wohnung. Quasi mein zweites Zuhause, da gibts nämlich WLAN und hier nicht. Sehr interessante Menschen dort, da man schonmal einer ne Telefonkonferenz neben einem der Trompete spielen übt und im Hintergrund setzt der Gärtner den halben Park unter Wasser. Nuja viel zu entdecken da auf jedenfall.



So, nun noch schnell meine Adresse und meine chilenische Telefonnummer falls mich jemand anrufen will.

Chile / Santiago de Chile / Providencia / Seminario 32 (Apartment 233) +5695024035