So nun zum zweiten Teil, war hier ein bisschen abgelenkt, sonst hätte ich schon früher geschrieben.
Wie gesagt bin ich ja dann über Nacht wieder nach Santiago gefahren und kam hier in den frühen Morgenstunden an. So früh um genau zu sein, das noch nichmal die Metro fuhr.
Gegen Mittag bin ich dann losgezogen um mir das Gegenstück zu La Pampilla, also besser gesagt eines der Gegenstücke dazu, hier in Santiago anzusehen. Man merkte in Santiago übrigens deutlich wo die Feiern stattfanden. Im Zentrum zum Beispiel war einfach garniemand. Ich mein so wirklich niemand. Gehwege leer, Straßen leer, Metrostationen leer. In der Nähe der Fonda, so heißen die Feiern, konnte man sich dagegen ohne jemandem auf die Füße zu treten.
Jo die Fonda war dann auch ganz nett, Präsident war auch da, der muss ein wahres Sprachtalent sein, die Zeitungen zerreißen sich ständig das Maul über ihn. Aber gut, dort dann ganz ähnlich wie auf der Pampilla blos größere Festzelte und teilweise war die Luft einfach weiß vom dampfenden Fleisch und Fett. Hab dann beschlossen n Stück saubere Luft zu suchen und mir die Militärparade anzusehen.
Ganz nett, auch Hubschrauber usw, blos dass da auch n Kinderregiment dabei war war etwas verstörend. Oder vielleicht waren das ja irgendwelche besonders kleinen Indios. Hab ich also so ne Parade auch mal gesehen. Bisschen schizophren das Ganze übrigens, am 11. gibt's hier Straßenschlachten wegen dem "Regimejubiläum" und am 19. feiern se ihr Militär das damals gerutscht hat. Aber gut, die Tage kam übrigens auch n Interview mit dem ehemaligen Chef der DINA, in etwa wie die Stasi blos mehr Tote. Und das Interview war in etwa so wie das mit Frau Honecker. Der fand das eigentlich ganz dufte damals. Aber gut die Gesellschaft ist hier über die letzten 40 Jahre wohl etwas gespalten.
Jo und dann bin ich gegen Abend nach Valparaíso gefahren, kam etwas spät an und war schon in Sorge ich könnte kein Hostal mehr finden aber alles problemlos. Jêróme war übrigens auch gerade dort! Sehr lustiger Zufall, hab den am nächsten Tag mit n paar von seinem Hostal getroffen. Das ist übrigens auch das eine Bild. Jo hab dort dann auf jedenfall ne Stadtführung gemacht und war ganz allgemein in der Stadt unterwegs. Wunderschön und n bisschen chaotisch, aber schaut euch einfach die Bilder an. Die beschreiben das besser als ich es könnte. Auf jedenfall faszinierend mit ihren über 40 Hügeln die auch nicht wirklich gut erreichbar sind, nur mit den alten Schragaufzügen, furniculares, einigermaßen bequem. Also beim Einkaufen was vergessen, da biste schonmal ne Stunde extra unterwegs. Gibt so n paar Besonderheiten hier, zum Beispiel die unglaubliche Menge an Graffitis, geht sogar so weit das Leute Graffitis in Auftrag geben um ihr Haus vor Schmierereien zu schützen.
Abends haben wir dann bei Jêróme im Hostal kurzerhand den Grill in die Gasse davor gestellt und gegrillt. Waren nachher irgendwie so zu 8 oder so, sehr spaßige Gesellschaft. Jo und am nächsten Morgen bin ich auch schonwieder nach Santiago gefahren, wollte mich noch n bisschen auf die Arbeitswoche vorbereiten. Aber die war diese Woche eher suboptimal.
Also sobald es wieder was nettes gibt wird es hier stehen.




