Dienstag, 24. September 2013

Teil 1: Norte Chico

So, schonwieder zuviel Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag. Das einzig logische ist da ja wohl den Eintrag zu splitten, sonst geht mir am Ende die Lust am Schreiben aus.

So mal kurz überlegen was wann war. Achja genau. Letzte Woche waren hier ja Nationalfeiertage. Nischd zu tun also, so rein professionell gesehn. Wollte also den momentan recht kühlen Tagen in Santiago gen Norden, gen Wüste, entfliehen. Hab n bisschen rum gezögert, war mir nicht ganz klar wohin und wann. Aber dann bin ich Sonntag durch die Nacht nach La Serena gefahren.

Ist wie gesagt nördlich, so mit Coquimbo das Zentrum der Region nördlich Santiagos. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt denken die ist doch bestimmt der Titel vom Eintrag. Korrekt! Naheliegend.


In La Serena waren Unmengen von Menschen, Umzüge in Trachten und alle wollten noch schnell Flaggen oder Drachen odr Gitarren oder fesche Hütchen mit Chile Bändern dran kaufen. Ist hier von der Beflaggung her gerade ziemlich beeindruckend, man vergisst bestimmt nicht in welchem Land ist. Von der Autodeko ganz zu schweigen. Vorhin hab ich sogar nen Obdachlosenschlafplatz mit Matraze, Plane und Flagge gesehen. Mehr nicht aber Hauptsache ne Flagge. Joa da hab ich mir dann das Städtchen am Meer angesehen und gedacht Nö, ich fahr noch weiter, im Sommer mit Strand hat das mehr zu bieten. Also auf in den Bus und ab nach Pisco! Jip so wie der Schnaps. Man könnte jetzt meinen, klar dann kommt der bestimmt aus dem Ort! Aber nö der kommt eigentlich aus Peru (darf man hier aber nicht laut sagen, is ja immerhin Nationalheiligtum), die Stadt hieß mal anderst aber die Chilenen ham die mal flott umbenannt, Marketing und so.


Hübsches Städtchen, im idyllischen Valle de Elqui. Und wie ich in meinem in La Serena erworbenen Reiseführer las tatsächlich so idyllisch, dass dort nichmal ein Geldautomat existiert! Naja mein beinah letztes Geld ging für den Reiseführer drauf, gut investiert! Stieg ich da also quasi Pleite aus dem Bus mit nur ein paar Dollars aber zum Wechseln bräuchte man ja ne Bank...


Nach einer kurzweiligen, ich spielte mit dem Gedanken ohne Schlafsack zu Campen, mehrstündigen Suche nach einer Schlafgelegenheit, ich hatte mich schon nach dem letzten Bus nach La Serena erkundigt (und nach dem Preis), fand ich dann doch ein gemütliches Hostal. Es war übrigens arschkalt Nachts und die vom Camping ham am nächsten nicht mehr geantwortet, mysteriös!

I'm Hostal lief mir dann Jêróme über den Weg, netter Franzose der glücklicherweise auf der Suche nach Dollars war. Abendbier also gerettet. Schön am Lagerfeuer Sterne geschaut, die Atmosphäre soll hier wohl sehr rein sein, zumindest steht auf jedem Hügel ein Observatorium. War also schon ein Plan für den nächsten Abend entstanden. Am nächsten Morgen hab ich dann mit Jêróme beschlossen mein neu erworbenes Geld nicht zu behalten sondern in eine nahe gelegenen Piscobrennerei zu investieren. Gute Entscheidung! Da eine kleinen Fußmarsch war es dann auch schon früher Nachmittag also wir wieder in Pisco waren. Überall Spiritualität übrigens, Seelenreinigung, Karmatee, bestimmt auch irgendwo Ablassbriefe.


Jêróme, der kommt noch n paar mal vor, und ich fuhren dann nach Vicuña nachdem ich mich seinem Plan angeschlossen hatte von dort in ein Oberservatorium zu gehen. Jo gute Idee blos leider zog es dann zu. Nach einer semi erfreulichen Begegnung mit dem Dorfpenner von Vicuña führen wir dann weiter nach La Serena. Dort, bzw im Nachbarort Coquimbo ist nämlich La Pampilla, das größte Nationalfeiertags-Volksfest in Chile. Und auch n riesiges Betonkreuz. Waren also am nächsten Tag in Coquimbo und Abends auf La Pampilla. Enorme Sache! Quasi zum Schneiden die Luft auf Grund der unzähligen Fress und Grillstände. Is mir jetzt klar woher die Gallensteine kommen. Und dazu dann noch Unmengen von Verkaufsständen, Artisten, nem Jahrmarkt, ner großen Tribüne, nem Festplatz und außen rum die Hügel voller Zelte. Wie dr Wasen ohne Brandschutz ca. Probierte da dann verschiedene Essen und Getränke, das eine, Terremoto hieß es, hat mir auch gefühlt n Loch in n Magen gebrannt. Also Jêróme musste sich gleich setzen und ich merkte es dann später.


Jo und gegen später in der Nacht fuhr ich dann wieder nach Santiago. Dort sollte es nämlich am nächsten noch mehr zu sehen geben. Aber dazu in Teil 2. Achja wer sich jetzt denk, das warn ja bloß 3 Tage. Ich wäre gern noch weiter in den Norden aber dann dauert die Rückfahrt nach Santiago schon nen Tag, also reine Fahrtzeit, und das fand ich nich so sexy. Nächstes mal!

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