Sonntag, 17. November 2013

Teil 7: Santiago

So liebe Freunde, wieder einmal eine Woche vergangen im schönen Santiago und ich hab mit Befriedigung festgestellt das tatsächlich jemand meine Blog liest. Sehr erfreulich =).

Die letzte Woche war wieder mal sehr entspannend, fast noch entspannender als die vorletzte =).


Vorletzte Woche hatte ich mich motiviert mal den Pubcrawl zu besuchen, sehr gute Entscheidung. War zwar Donnerstags und deswegen eher "ruhig" in Bellavista aber war ne sehr lustige Truppe... Achja auf dem einen Bild bin ich der, der da gerade links oben vom Baum runterfällt. Sehr ungünstiges Timing! Aber einfach wegen dem Klavier ist das Bild meiner Meinung nach schon großartig. Das steht einfach draußen, aber ich glaube ich habe hier auch noch keinen Regen erlebt seit ich hier war. Eigenartig. Hätte ich keine Regejacke mitnehmen müssen =).





Dann natürlich wieder in der Studie ausgeholfen, inzwischen sind auch die Ultraschalluntersuchungen angelaufen, ganz nett. Sehr lustige Leute auf jeden Fall. Muss davon mal ein Bildchen machen.

Dann war ich mal mit Fernando und ein paar Freunden von ihm in ner Bar hier um die Ecke. Erschreckende Bierpreise. Weizen 10 Dollar?? Bin dann bei Pils geblieben. Eh interessant, dass hier einen Block weiter so ne Partygegend ist und ich bis die Woche das nicht gemerkt habe. Lustigerweise wohnt meine Spanischlehrerin da auch. Und! Da steht ein Anhänger auf den riesengroß Die Maus gemalt ist, die von der ARD, keine Ahnung warum aber kurios. El raton auf Spanisch, scheinen da nicht wirklich zu unterschieden zwischen Ratten und Mäusen, auch Meerschweinchen sind hier teilweise ratons hab ich die Tage mitbekommen. Nun gut.


Letztes Wochenende war dann noch ein bisschen Kultur angesagt. War im Weingut "Concha y Toro" zur Führung und Verkostung. War zwar n bisschen deplaziert zwischen den anderen Menschlein aber war klasse, und gab auch passenden Käse dazu =).



Achja und der Weg dahin war auch spannend, bin nach der letzten U-Bahn-Station erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Dann im Bus war festhalten angesagt, der wollte nämlich wissen was die Bremsen hergeben, an jeder Ampel.. Und aussteigen durfte ich auch nicht, ernsthaft. Der hat mir einfach die Türe vor der Nase zugemacht, also eigentlich nicht vor sondern mehr auf der Nase. Klasse! aber die Führung hat dafür ja entschädigt.


Abends musste ich mich dann erstmal von der ganzen Verkosterei erholen und meine Nase noch ein bisschen kühlen. Die ist hier eh durchgehend gerötet, also jetzt nicht vom Alkohol. Bin jetzt als "Standard" auf 50 Sonnenblocker jeden Tag gewechselt. In der Metro die UV-Anzeige sagt nämlich garkeine Zahl mehr sondern nurnoch "extremo".


Sonntag war ich dann mit Camilla in Barrio Quinta normal, Barrio Yunquay und Barrio Brasil. Das ist in der Nähe vom Museo de la memoria wo ich ganz am Anfang mal war. Schöner großer Park mit jede Menge Museen und auch das anschließende Viertel ist echt nett. Verströmt so ein bisschen europäischen Charme, dementsprechend waren wir dann auch in der "Peluqeria Francesa" essen. Frühstücksrestaurant das eigentlich ein Museum über das 19. Jahrhundert in Frankreich ist, sehr schick.


Danach das Barrio Brasil war zwar auch sehr schick, aber stärker auf Feierei ausgelegt. Überall motels, wobei motels hier keine Motels sondern Puffs sind. Leicht zu erkennen an der Ausschankgenehmigung die neben der Türe hängt und die normalerweise Hotels nicht haben.

Dann haben wir uns noch die Calle Concha y Toro angeschaut und dort hat gerade so ein Ami seinen Haushalt aufgelöst, sehr praktisch, da konnte ich meine bisherigen Verluste ausgleichen. Im Endeffekt hat er mir noch 3x mehr mitgegeben, der wollte das nur loswerden.


Diese Woche war ich dann mal beim deutsch-chilenischen Treffen vom DAAD, hab ja irgendwie so 5-6 Leute erwartet, nachher warens dann eher so 30. Und ein Kauderwelsch sondersgleichen, aber spaßig. Vor allem ein chilenischer Schönheitschirurg der sehr begeistert von seiner Arbeit, das System hier ist ja vor allem privat, der macht also einfach was die Leute wollen. Alles. Fast einfach so. Abgefahren.


Dann war ich Freitag wieder mal auf dem Exchange von Tandem, hier übrigens mal ein Bildchen von meiner Lehrerin Leti und Anni, der Schulsekretärin von Tandem. Alle immer dabei!

Hier noch ein zwei Eindrücke von Santiago.


Montag, 4. November 2013

Teil 6: Santiago

Wieder mal Neuigkeiten aus dem fernen Chile! Hab mich relativ schnell hier wieder eingelebt nachdem ich den Kälteschock verdaut hatte. Dieses Wochenende hatte es zwar wieder frühlingshafte 30°C aber unter der Woche war es doch etwas frischer! Bis Freitag hab ich mich darum in gewohnter Weise hier durch die Gegend geschlagen und viel in meinem Lieblingscafe aufgehalten =). 

Samstag und Sonntag hatte ich zu meinem Wochenende der Märkte bestimmt, darum war ich Freitag mit Fernando von der Arbeit , seiner Freundin und noch nem Kumpel von ihm auf dem Markt bzw der Persa "Bio Bio". Krasser scheiß... also so wirklich. Hätte mir davor nicht vorstellen können das ein Markt sooo groß sein kann, wir waren bestimmt 4-5 Stunden nur am Laufen und Fernando sagte wir hätten nichtmal die Hälfte gesehen. Äußerst beeindruckend, auch das Angebot, es gibt da einfach ALLES, also wirklich ALLES. Die hatten von Filmscheinwerfer bis zur Nazipropaganda von 1939 + passende Originaluniformen alles da. Ich hätte da glaub ich nicht mehr rausgefunden aus dem Ding. Danach war ich dann noch n bisschen bei Fernando und hab mich mit seinen Großeltern über Biergläser und Politik unterhalten, bzw. sagen wir mal so ich habe es versucht =D.




Am nächsten Tag war ich dann so im Marktfieber, dass ich mich direkt in die nächste Tour gestürzt habe. Diesmal zu den Märkten die eher im Stadtcentrum liegen, wie dem Mercado central oder der Vega central. Aber zuerst mal zum Mercado central, der klassische Fischmarkt Santiagos. Aaaalles voller glitschiger Sachen, aber sehr interessant.



Dann gings ab zum Vega central, früher mal der größte Gemüse- und Fruchtmarkt, also eigentlich immernoch. Aber die jetzige Fläche entspricht nurnoch 4% der ursprünglichen, der Rest wurde vor die Stadt verlagert. 4% heißen aber immernoch so 8 Häuserblocks oder so, fast schon überschaubar also. Heutzutage haben alle Händler dort verschiedene Sachen im Angebot, logisch sollte man meinen. Früher war es allerdings auf der Größe so, dass auf den einzelnen Plätzen jeweils nur ein Gemüse, zum Beispiel nur Tomtaten verkauft wurden. Gibt natürlich nicht nur Gemüse da, aber das war mit am beispielhaftesten. Unser Guide konnte dann zu allem was zum Besten geben und wusste überall ne kleine Geschichte dazu, sehr unterhaltsam.




Den krönenden Abschluss bildete dann der Besuch des Friedhofes, kann jetzt also auch erkennbare Bilder bei Tageslicht bieten. Auch hier wieder viel interessanten über Grutas und Animitas, die Verehrung unoffizieller Heiliger, das Entstehen und zwangsweise Vergehen der eindrucksvollen Grabmäler, und warum manche Teile des Friedhofes, zumindest auf mich, ein bisschen so aussehen wie Freibadschließfächer. All das erzähl ich wenn ich Zuhause bin, kann ja nicht alles vorwegnehmen ;-).


Freitag, 1. November 2013

Teil 5: Norte Grande

So nun der Bericht über die letzten Tage meine Rundreise. Ist heut und Morgen Feiertag in Chile, da hab ich wieder n bisschen Zeit.

Mein letzter Bericht endete in Arica, bevor ich mit Lara und Nora Richtung Arica durch die Nacht losgebraust bin. Das war in sofern spannend, als das sie uns unsere Pässe abgenommen haben während der Fahrt: Drogenschmuggelprävention. Der Ami der hinter uns saß und kein Wort Spanisch konnte war aber glaube ich davon überzeugt das sie irgendwas illegales mit seinem Pass vorhatten.

Arica is ne Küstenstadt an der Nordgrenze zu Peru, wollte ja eigentlich übernachten dort aber soviel bot es dann doch nicht. Waren also nur n bisschen Schlendern am Strand, haben uns ein paar der ältesten Mumien der Welt angeschaut und ein Kriegsdenkmal, das war nämlich vor 100 Jahren noch Bolivien, und dann sind die Mädels in Richtung Peru aufgebrochen und ich nach Iquique.


Die Busfahrt nach Iquique war wieder mit Passeinsammeln und zwischendurch nochmal das Gepäck durchleuchten, könnte ja n peruanischer Apfel drin sein! Nachdem ich mit der Brasilianerin neben mir dann noch n bisschen über Iquique geplaudert hatte waren wir auch schon da. Und die Stadt war schon um einiges mehr nach meinem Geschmack =). Wenn Santiago wie Manhattan ist, dann stell ich mir so die Strandpromenade Miami in den 80ern vor. Die Innenstadt hatte eher so n bisschen einen Hauch von Wild West Stadt, alle Häuser haben hier ein 3. offenes Stockwerk das mit leichtem Material gedeckt ist, damit das eigentliche Dach im Schatten liegt.


Bin dann auch direkt mal ne Runde surfen gegangen, die ersten kleinen Wellen haben auch schon geklappt, und n bisschen die Stadt erkunden. Am nächsten Tag sind mir von dem rumgepaddel zwar fast die Arme abgefallen aber das wusste ich da noch nicht ;-).

Nachmittags war ich dann mit ner Argentinierin aus meinem Zimmer n bisschen unterwegs und hab mir ein Zelt gekauft. Vielleicht brauch ich das ja im Süden mal und hey 15Euro! Also solange es sich nicht im Regen auflöst n super Deal =). Das argentinische Spanisch ist übrigens bisher mein Favorit, das ist so schön mit "sch" die ganze Zeit. Das klingt gehst du an den Strand, also Vas (v wie b) a la playa eher nach Baasch a la plaascha. 1a! Klingt als hätten die ständig Kartoffeln im Mund, sehr sympatisch!

Am nächsten Tag, Sonntag schon, war ich dann nochmal unterwegs in kultureller Mission und wollte mir die ehemaligen Salpeter Abbaustätten Santa Laura und Humberstone anschauen, immerhin UNESCO-Weltkulturerbe. Beide schon länger aufgegeben aber "konserviert" als Zeugen der "weißen Goldrausches" ab der letzte Jahrhundertwende. Heutzutage gehts dabei eher um Metalle aber das seht ihr nachher. Humberstone auf jedenfall ist bzw. war eine ganze Stadt mitten in der Wüste, komplett mit Läden, Theater, Schwimmbad (komplett aus Metall da der Boden sich durch die Hitzeunterschiede ständig verändert und dann das Wasser versickert wäre), Marktplatz und Krankenhaus.


Unsere Tour schloß dann noch Pica ein, eine "Erholungsoase", für mich wars jetzt eher n überfülltes Schwimmbecken aber schaut selbst. Dafür gabs dort leckere Zitronen, essentiell für chilenischen Pisco Sour!

Nachdem ich auf der Rückfahrt noch schnell einen Brocken Salz einpackt hatte, auch hier wieder Salzwüsten, gings dann auch flugs nach Iquique zurück. Achja auch auf der Ausfahrt wieder nur Chilenen, mein Spanisch ist nach dem Trip jetzt sozusagen zwangsaufgebessert ;-). War also eigentlich n Bildungsurlaub. Im Rahmen dessen hab ich mir dann n Abends noch n Tangokonzert angesehen, bin jetzt direkt motiviert da n Tanzkurs zu machen!



In der späten Nacht so gegen 1 gings dann nach Calama da ich von dort am Montag ja meinen Rückflug hatte. Den letzten Tag in Calama hab ich dann eigentlich nur damit genutzt mit Chuquicamata anzusehen, die größte offene Kupfermine der Welt. Aber vor allem ist es mal ein rießiges Loch in dem rießige Laster wie Spielzeugautos aussehen. Ihr könnt ja mal die kleinen Punkte suchen im Bild suchen und daran denken, dass die Trucks so knapp 2-3 Stockwerke hoch sind.