Samstag, 14. Dezember 2013

Teil 9: Santiago | Andes centrales (Argentina)

Auch nach Pichilemu blieb es ruhig in Santiago! Probanden in der Studie untersuchen, bei den Ultraschalluntersuchungen helfen, Deutsch-Spanische Austauschabende, Kaffee und Internet bei Starbucks, so könnte man die Wochen beschreiben in aller Kürze.

Das Highlight war als ich Marcela zusammen, bzw eigentlich für Marcela und ihren Freund Spätzle gemacht hab. Käsespätzle um genau zu sein. Selbst geschabt! Zum ersten Mal überhaupt. Und die waren sogar eßbar, nur hab ich mich bei den Zutaten etwas vertan, ich hatte glaub für 8 Leute gemacht oder so. Aber lief! Und es haben auch alle artig aufgegessen =). Erstaunlich eigentlich, da die chilenische Küche die ich bisher kenne so nicht immer aber häufig ziemlich salzarm ist.

Dann hab ich mich die Tage durch Recoleta treiben lassen auf der Suche nach einem Drogenbaronhut im Stile vom Escobar, leider ist mein Kopf zu groß und das Angebot konzentrierte sich auch eher auf Leggins dort.. 

Bei der Wasserskiweltmeisterschaft war ich dann auch noch, eher zufälligerweise. Netter Sport, aber was bei mir den größten Eindruck hinterlassen hat, war dass die auf nem Privatgelände war. Also quasi in der privaten Lagune von dem einen Teilnehmer. Man kann sich ja vorstellen, dass dessen Papa jetz nicht gerade jeden Tag betteln geht. Als ich danach mal fragte hat mir dann mal erklärt, dass es in Chile kein wirklich öffentliches Vereins- oder Sportleben gibt. Um Spitzensportler zu sein ist es hier also in manchen Disziplinen Bedingung eine reiche Familie zu haben oder die Möglichkeit im Ausland auf existierende Strukturen zurückzugreifen. Fußball bildet die einzige Ausnahme, aber auch da ist es nicht wirklich prall. Hätte ich nicht gedacht hier.


Alles in allem überkam mich aber wiedr mal das Gefühl ich müsste raus aus Santiago und so bin ich spontan nach Argentinien, ein 1-Tagestrip mehr oder minder. Sonntags bei strahlendem Sonnenschein die Alpen im Bus überquert und die schiere Größe Pässe auf mich wirken lassen und dann erstmal 2 Stunden an der Einreisekontrolle gestanden... Da hab ich allerdings nur an Zeit verloren was ich in Santiago am Busterminal an Zeit gewonnen hatte. In Santiago kam ich da hin morgens, müde, verschlafen, irgendwie hatten wir 2 Bier zuviel am Abend davor. Und dachte ich könnte schön mein Ticket kaufen und dann was zu essen und dann gehts los. Pustekuchen. Auf meine Frage wann der Bus fährt hieß es nur "Jetzt!" und dann hatte der neben mir schon meinen Rucksack gepackt und war mit mir zum Bus gehastet, nicht mal mer für ein gedrucktes Ticket hat die Zeit gereicht. Und auch der Fahrstil war von Hektik geprägt... Bergauf hat die Steigung unseren Fahrer ja noch ausgebremst, aber bergab war es dann doch sehr sehr spannend. Wir hatten ja auch keinen richtigen Bus sondern eher so n Sprinter von ner Schreinerei. Aber egal! Hat funktioniert.

In Mendoza angekommen hab ich dann erstmal am Busbahnhof Caro aus Valparaiso getroffen, wieder ne Deutsche welch Überraschung =), und wir sind losgezogen ein Hostal und eine Tour für den nächsten Tag zu suchen.


Mendoza übrigens wunderschön. Riesige Bäume die die Straße beschatten, uralte Auto, strombetriebene Buse die im Stil der 50er und 60er gehalten sind. Sehr stilvoll. Dazu sind die Argentinier irgendwie ein sehr entspanntes und freundliches Völkchen.


Abends waren wir dann mit noch n paar anderen aus unserem Hostal was essen und ein bisschen Wein trinken. Ich hatte ja von der Argentinierin aus Iquique eine Liste mit Sachen erhalten die ich machen MÜSSTE in Argentinien. Ich war also nur am Essen. Hat sich aber gelohnt, bin jetzt zwar dick aber die Küche in Argentinien ist echt klasse. Bisschen fleischlastig, winziges bisschen ... ;-). 

Am nächsten Tag hats mich dann Richtung Aconcagua gezogen zusammen mit ein 2 verrückten Holländern und einem Franzosen die sich nicht mit Namen sondern nur mit Ländern ansprachen. "Alles andere würde sich nicht lohnen, wir kennen uns ja eh blos ein paar Tage". Interessante Idee, aber da hatten sie noch ein paar andere davon.


Die Tour war auf jeden Fall, auch dank der 3 Konsorten, der Wahnsinn. Wir konnten die Puente de Inca, die Andentäler mit ihren uralten Bahnverbindungen und den Aconcagua bei schönstem Wetter auf uns wirken lassen. Auch wenn wir dem nicht wirklich Nahe kamen, allein der Marsch bis zum Fuß des Berges hätte 6 Stunden gedauert. Aber ihr seht ja er ist groß genug das man ihn aus der Entfernung sehen kann ;-).



Zurück in Mendoza wollte ich unbedingt noch ein typisches argentinisches Barbecue mitnehmen. Auch wenn es zeitlich etwas schwierig werden sollte. Halb 10 war der Beginn angesagt, halb 11 sollte mein Bus fahren. Und das bei südamerikanischem Zeitverständnis. Im Endeffekt hatte ich die Hälfte des Barbecues auf der Hand als ich um 10:20 aus dem Hostal rannte Richtung Busstation und ein Taxi suchte. Nachdem ich eines gefunden hatte erwies sich der Fahrer als äußerst gewitzt und amüsiert und brachte mich pünktlichst um 10:29 an den Busbahnhof direkt an den Bus, völlig in Übereinstimmung mit den Verkehrsregeln natürlich! =D

Nachdem ich also nocheinmal die Zollkontrolle auf chilenischer Seite genießen konnte kam ich rechtzeitig in um halb 6 in Santiago an um mich umzuziehen und direkt in Krankenhaus weiter zu düsen. Ein gelungener Ausflug!

Achja die Woche hatten wir auch eine Adventsfeier vom DAAD so mit Stollen und so, sehr witzig =). Danach waren wir dann in der "Bierstube", kein scheiß heißt echt so, noch was trinken. Wie gesagt ich schare hier die deutschsprachigen um mich. Habe mir für meine Rundreise deswegen strengstens Spanisch verordnet! Aber in Hostals keine Deutschen finden? Hier? ... ;-)

Neuigkeiten sobald ich wieder auf Achse bin!

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