Donnerstag, 9. Januar 2014

Teil 13: Sur Chico | Los Lagos (Argentina)


Nach dem lustigen Abend gings am nächsten Morgen auch schon weiter, Puerto Varas sollte das Ziel heißen, zurück nach Chile also. Da ich inzwischen so sehr ans Busfahren gewöhnt hatte ich beschlossen eine andere Beförderungsmethode zu wählen, das Schiff nämlich.
Es gibt da nämlich die Möglichkeit die Anden mittels der Seen zu überqueren, zwar auch n paar Busse zwischendrin aber hey! Das klang gut, dann wollte ich das direkt doch mal in Anspruch nehmen. Konnte dafür auch direkt meine letzten Dollars verbraten. Dank argentinischem Schwarzmarktwechsel kurs gabs damit einen "Rabatt" vom knapp 30%.
In Argentinien ist es den Leute nämlich verboten ihr Geld in Fremdwährungen anzulegen, deswegen kriegst du eigentlich überall für ausländische Währungen höhere Wechsel als den offiziellen, schwarz eben. In Bariloche sogar in den Wechselstuben, in Mendoza warns ja immerhin noch so anrüchige Straßenwechsler, mysteriös! Schien irgendwie legal- bzw institutionalisierter in Bariloche.

Völlig egal im Endeffekt, es war auf jeden Fall deutlich billiger =).

Ticket und so alles schon am Vortrag gekauft. Morgens hart spät dran gewesen und mit dem Rucksack gesprintet um den Bus zur ersten Fähre zu erwischen. Zumindest solang bis mir einfiel, dass ich irgendwas ganz typisches vergessen hatte. Was typisch argentinisches wo ich unbedingt haben wollte. Dann kam ich drauf, ganz klar, einfache Lösung, ein Foto mit nem Bernandiner natürlich! :D
Kein Scherz das zählt hier unter typisch.



Also ab auf die Fähre und Möwen füttern, wo oben bis unten vollgischten lassen und hart frieren. Schön wars!
Die erste Fähre ging über den Nahuel Huapi in Argentinien, alles majestätisch groß, im Hintergrund schneebedeckte Berge. 



Dann ein kleiner Bustransfer im dazugehörigen Nationalpark bis zum Lago Frias. Erstaunlich große Mücken hier, bzw eigentlich Bremsen, stechen auch so... Die chilenische Variante war allerdings noch ein bisschen dicker, ein Schelm wer dabei böses denkt! =)

Lago Frias ist übrigens nicht kalt, das ist nur der Name von nem argentinischen Volkshelden. Um genau zu sein wars da sogar ziemlich warm und trocken. So trocken das wohl jedes Jahr Bäume von den Felswänden ins Wasser stürzen weil sie sterben. Also wirklich von den Felswänden die wachsen da nämlich fast ohne Erde indem sie dem Felsen über seine Spalten die Feuchtigkeit entziehen.



Der schneebedeckte Berg im Hintergrund ist übrigens international. Ein chilenischer Gipfel, ein argentinischer Gipfel und, ich wusste garnicht das es sowas gibt, ein internationaler Gipfel. Zwischen Chile und Argentinien liegt also um genau zu sein noch irgendwas, Welt oder so, naja.

Nächster Stopp Zoll, mitten in der Pampa, wieder mal. Glaub man kann bei den Grenzern in Argentinien und Chile so richtige Pech bei ner Versetzung haben. =)

Dann mit dem Bus über wieder mal eher gedachte als vorhandene Straßen nach Chile, übrigens der einzige der dort fährt da wir eigentlich durchgehend im Nationalpark unterwegs waren. 



Als Individualtourist (war ich ja an dem Tag mal nicht) muss man da schon laufen oder Rad fahren wenn man den Weg machen will. Am besten in heller Kleidung, da stehn die Drecksviecher von Bremsen drauf. Next stop! Tronador, der Donnermacher.
Höchster Vulkan auf der chilenischen Seite, beeindruckendes Gletschermassiv das sich an ihm hinunterbricht. Darum auch Donnermacher.



Dann weiter, tiefer nach Chile vorstoßend. Und über de Lago Todos Los Santos am Vulkan Osorno vorbei zur letzten Busverbindung nach Puerto Varas. Auf dem Lago gibts übrigens ein Hotel, auf so nem Inselchen, genau in der Mitte, sehr ruhig aber nicht sehr günstig.



Nach soviel Wasser bei der Cruce andino hatte ich schön Sonnenbrand und hatte vor lauter Fotographieren schon einen leichten Krampf im Finger ;-).



Puerto Varas also jetz, beinahe schon "Süd"chile. Es sollte von da aus ja noch ein bisschen weitergehn.



Das ist so die Gegend, eine der Gegenden um genau zu sein, in der um 1840-1870 die deutschen Siedler sich ansiedelten, so um den großen See bei Puerto Varas.

Man kann sich also so alte Siedlerhäuse anschauen, alles hat "deutsche" Namen, und es gibt nem Club aleman.

Da hab ich mich dann direkt mal in nem Hostal mit deutschem Besitzer eingemietet, das war dann auch direkt so deutsch, dass ich kein Wort Spanisch dort gesprochen hab. Dafür wieder mal nette Leute kennengelernt =).

Am nächsten Tag gings dann auch schonwieder weiter, der Besitzer hat mich nach Puerto Montt zum Flughafen gefahren. Interessant von jemanden mal erzählt zu bekommen wie er Chile so nach 16 Jahren empfindet wenn er selbstständig tätig ist.

Am Flughafen war ich etwas unruhig, immerhin war der letzte Flug den ich in Südamerika hatte, damals von Lima nach Frankfurt, überbucht. Auch diesmal dauerte der Check-In seltsam lang, es wäre aber alles in Ordnung. Hab ich mich solang eben mit den 2 Engländern am Schalter neben mir unterhalten.

Bei Betreten des Flugzeugs, das kam aus Santiago, eigentlich schon voll, saß dann natürlich auch schon jemand auf meinem Platz. Großartig! Zum Glück hatte einfach nur der Druck bei meinem Ticket gesponnen, mein Platz war also da, nur einfach woanderst =).

Und dann saß ich da und wir düsten los über die Carreterra Austral und Chiloe in Richtung Punta Arenas.

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