Freitag, 10. Januar 2014

Teil 14: Patagonia


So nachdem ich mein Flug erfolgreich überstanden habe bin ich hier in Patagonien angekommen. Ich hatte mir schon ein bisschen Sorgen gemacht als ich einstieg und der Flieger einfach voll aussah, da kamen direkt Erinnerungen an den überbuchten Flieger in Peru hoch. Und natürlich saß auch schon jemand auf meinem Platz. Zum Glück hatte einfach nur der Drucker nicht genug Tinte, so dass bei meinem Ticket einfach die Angabe nicht stimmte. Puh!

Der Flug an sich war allerdings großartig, immer weiter Richtung Süden entlang der Carreterra Austral. Der Highway den Pinochet damals in die Wildnis hat schlagen lassen um sie zugänglich zu machen. Bis heut jedoch muss man, wenn man mit dem Bus nach Punta Arenas möchte, über Argentinien fahren weil die Carreterra Austral irgendwann einfach aufhört. Das hat den Flieger zum Glück nicht interessiert und so sind wir unbehelligt von den Widrigkeiten der Busreisenden über rießige Fjorde mit schneebedeckten Bergen, unendliche Wälder und Seen geflogen. Teils konnte ich mich sogar so an meinem Stiznachbar vorbeibiegen, dass ich ein Foto hinbekommen hab. Liderliche Qualität, ich hoffe auf den Rückflug =).




Ja in Punta Arenas angekommen, es war ja schon 18 Uhr wurde ich dann mit dem Problem konfrontiert das gerade Hauptferiensaison ist. Vorbereitet wie ich war hatte ich natürlich keinen Bus nach Puerto Natales reserviert, so dass ich dann erstmal nach Punta Areas reinfahren musste. Bis ich dort war, war es dann auch 7. Nur ein Busunternehmen hatte überhaupt noch einen Bus so spät und in dem Bus hab ich dann den letzten Platz bekommen. Gute Planung eben. Und sogar noch n paar Minuten um mir die Stadt anzusehen, was will man mehr. War garnicht so hässlich wie alle gesagt haben, eigentlich sogar fast hübsch. Bis 1945 englische Kolonie und aus der Zeit noch eine Bauten im herrschaftlichen Kolonialstil. Das dann kombiniert mit Straßen die ins Meer zu enden scheinen und den Blick auf Feuerland lenken, es ist wirklich nicht so hässlich. Nichtmal so kalt wie versprochen war es! ich mein die kurze Hose war vielleicht zu optimistisch und die Blicke der Leut etwas verwirrt deswegen. Aber angenehme 15 Grad, was will man mehr! 



Dann musste also nurnoch das Problem des nicht vorhanden Hostals aus der Welt geräumt werden, gut das mein Handy zu der Zeit beschloss in Streik zu treten. Ich fuhr also mal einfach so nach Puerto Natales. 



Sollte ja in so ner Touristenhochburg einfach sein, dachte ich mir. Fragste mal im erstbesten nach die werden dich dann schon entsprechend weiterschicken. Im Endeffekt bin ich irgendwo auf nem Campingplatz gelandet. Das war zwar arschkalt, aber nur weil mein Zelt kacke war. Ich mein warum sollte ich den ahnen, dass man das Zelt vorne nicht zumachen kann. Also im Ernst wer produziert denn so nen Quatsch. Naja besser das dort rauszufinden als wirklich beim Trekking =).


Am nächsten Tag hab ich mich dann auf die Suche gemacht nach ner Unterkunft und wollte mich der weiteren Planung zuwenden, war aber Sonntag... Naja gab dann kein Hostel das Platz gehabt hätte und auf nochmal Camping hatte ich keine Lust, da bin ich dann spontan direkt nach Torres de Paine gefahren. Ganz entspannt um 1 entschieden und halb 3 fuhren die Busse und zwischendrin musste ich ja nur n neues Zelt organisieren, das Busticket, Verpflegung für 3-4 Tage kaufen und n Hostel für meine Rückkehr organisieren. Wie gesagt entspannt. Auch das se im Supermarkt als ich so die Hälfte hatte angefangen haben das Licht auzuschalten, das hilft dabei das Ganze locker anzugehen! =) Naja hat ja wieder mal funktioniert. Nur das mit den Weihnachtskarten hat dann nicht so funktioniert wie ichs mir dachte, wer kann den auch ahnen das dort kein Handyempfang ist :-/. Beim Einsteigen in den Bus bin ich dann in die beiden Engländer aus Puerto Montt gerannt die mir erzählten das sie keinen Bus mehr aus Punta Arenas bekommen haben, den letzte Platz im 8 Uhr Bus muss wohl knapp vor Ihnen weggangen sein. Welcher Schuft den wohl bekommen hat :P. Der eine von denen war dann beim ersten Blick auf das Massiv das sich da aus der Steppe erhebt auch vollkommen aus dem Häuschen, Kindheitstraum erzählte er mir. Ich mein es erhebt sich da auch majestätisch auf einmal aus dem Nichts wolkenumhangen die von den steil aufragenden Torres da zerrissen werden und sich neu formen. Respekt einflößend auf jeden Fall.
An der Anmeldung angekommen wurde dann eine kleine Belehrung gegeben was man darf und was nicht. Allein trekken zum Beispiel ist nicht so gut, wieder mal alles richtig gemacht also. Naja dann noch so allgemeines wie nicht den Park abfackeln, das hat nämlich einer 2011 fast geschafft. Immerhin die Hälfte hat er in Brand gesteckt, im Lonely Planet wurde er nur als "international Traveller" bezeichnet. Dazu später mehr! Ich hab das dann zur Kenntnis genommen, mich von den Engländern verabschiedet die die Tour andersrum machen wollten und bin vom Eingang an der Laguna amarga mit dem Shuttle bis zum eigentlich Start am Hostel Los Torres gefahren. Da die Treks nicht endlos offen haben musste ich da ein bisschen Zeit sparen. Bis ich am Hotel angekommen war hatte ich dann eigentlich auch schon meine Gruppe gefunden, nämlich Javier und Jana. Dann gab es da noch die beiden schweigsamen Wanderer die vor uns logezischt sind, auch dazu später mehr. Wir 3 entschlossen also den Weg bis um ersten Lager zu gehen, das sollte zeitlich zu machen sein dachten wir bevor die Treks schließen. Campamiento Chileno hieß dann also unser Ziel. Unterwegs trafen wir noch auf Nati, den ersten allein reisenden Israeli den ich kennengelernt habe, also eigentlich hat er seine Gruppe vorausgehen lassen aber das zählt find ich auch.



Naja mein Rucksack stellte sich auf jedenfall als schrecklich gepackt und viel zu schwer heraus, aber ich dachte eben 1 Bier pro Tag würde das Gewicht jetzt nicht so in die Höhe treiben. Auch die 2 Kilo Trockenfrüchte hielt ich für ne ausgemacht gute Idee. Und warum ich n Viertelkilo Dulce de Leche eingepackt habe obwohl ich nichtmal Nutella esse normalerweise, keine Ahnung! Aber egal es ging und wir hatten unseren Spaß, vor allem als auf diesem schmalen Wegchen da oben der von vielen gefürchtete Wind kam und versuchte einen mit harten Stößen in den Abgrund zu bewegen. Ok so schlimm wars jetzt nicht, aber es hat das ganze interessanter gemacht =). Auch hab ich hier mich daran enrinnert das chilenische Karten als eher weniger gut verschrien sind. Ich mein die Schilder am Wegesrand waren beeindruckend, mit Entfernung, Höhenprofil und erwarteter Dauer. Aber das war einfach alles gelogen. Vielleicht hat die Entfernung noch gestimmt, aber das Höhenprofil?? Man erstart da fast wenn man das Schild betrachtet so gehts da hoch und nachher plätschert das so vor sich hin. Mysteriös! Naja wenn ich mal groß bin kauf ich mir ne vernünftige Karte und erruiere das nach.



Wir haben uns also in diesem Tal Stück für Stück nach oben gekämpft und kamen rechtzeitig um 6 in Chileno an. Dort dann das Zelt aufgebaut und festgestellt das Javier das gleiche Zelt hatte, von dem ich vorhin erzählte. Naja wir hatten ja n geschützen Platz... dachten wir ;-). Hatten dann n lustigen Abend in Chileno und haben erstmal unsere Essensvorräte aufeinander abgestimmt, und ganz ehrlich Verhungern war absolut ausgeschlossen. Nach Einholen der Wetterprognose und der Sonnenaufgangszeit haben wir uns dann auf die äußerst christliche Aufstehzeit von 03:15 geeinigt um dreiviertel loszustechen bei geplanten 1,5h Aufstieg bis zur Base de los Torres. Und so ging der erste Tag zuende, unspektakulär aber die Nacht kam ja erst noch ;-).

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