Der erste wirkliche Trekking Tag! wie gesagt Aufstehen war für... zu früh! geplant, ich wachte trotzdem noch davor auf, hörte Regen und beschloss für mich das wir dann alles absagen und weiter zu schlafen. Die andern standen aber pünktlichst Gewehr bei Fuß und so packten wir das nötigste für den Aufstieg zur Base de los Torres und marschierten los.
Beeindruckend wie früh die ohne Wecker wach waren dachte ich mir. Doch dann erzählte Javier, dass sein Zelt über Nacht vollgelaufen war, er also sitzend am Tisch in der Küche "geschlafen" hatte und alle 5 min von den Leute geweckt worden sei die aufs Klo gingen.
Jana dagegen hatte das Problem gehabt, dass sie träumte wach zu sein, das auch wusste aber nicht aufwachen konnte. Da wäre ich auch früher aufgestanden ;-). Und ich dachte der kleine Stein unter meinem Zelt wäre störend gewesen! Auf den 2. Blick kamen sie mir auch nicht so ganz erholt vor.
Dank perfekter Vorbereitung, wer denkt schon an Stirnlampen beim Trekking, haben wir uns auch direkt mal verlaufen. Nur 10m zwar aber immerhin und Javier hat seinen Wanderstock verloren. Keine Ahnung wie, aber er war auf einmal weg, sozusagen aus seiner Hand verschwunden. Zumindest der untere Teil, den oberen spitzen Teil schwang er beständig hinter sich, sollte uns jemand überholen wollen er um in aufzuspießen.
Soviel zu den ersten 500m unserer Besteigung. Danach wurde es unspektakulärer, vom planungstechnischen her gesehen, aber dafür umso schöner landschaftlich. Wir stiegen durch den dichten Nebelwald auf als der Sonnenaufgang langsam die am Ende des Tals liegenden Schneefelder rot färbte.
Wieder mal einfach kitschig, aber Grund genug ne kurze Pause einzulegen und was zu trinken. Wir waren auch zügig unterwegs, zumindest im Vergleich mit den anderen die da so vor uns herzuckelten. Die meisten hatte wir schon hinter uns gelassen als wir die große Moräne erreichten über die wir zu Base de los Torres aufstiegen.
Über die Moräne ging es zickzack, mal über große, mal über kleine Steine immer weiter hinauf. Mal wich der Weg auf festen Grund aus aber immer führte er wieder auf die Moräne zurück, bis wir diese endlich an ihre Spitze einmal komplett kreuzten und auf ihrer Rückseite zur Base vordrangen.
Bei den ganzen losen Stein dachte ich, dass da Steinschlag wohl ne reale Gefahr wäre. Is ja aber nix passiert =).
Wir kamen also an die Base, früh war es noch und beobachteten wie sich die Sonne abmühte die Wolken und nebelverhängten Gipfel freizulegen. Am Anfang rotgühend später immer heller wurden die ihr gegenüberliegenden Felswände erhellt. Sehr schön =).
Einige war das wo soviel wert, das sie da oben gecampt hatten, nur im Schlafsack. In diesem leichten Niesel der vom See am Füße der Torres ausgeht. Entzückend! :-P
Ich war gerade daran weiter aufzusteigen um das Ganze mit der Sonne im Rücken zu sehen als auf einmal Javier zu mir gerannt kam mit einem im Schlepptau der mich fragte ob ich etwas von Medizin verstünde... Sein Freund war nämlich gestürzt und hatte sich die Schulter ausgekugelt. Und dabei ging es ihm nicht wirklich prächtig. Voroperiert war er natürlich auch. Ich hab dann mit viel Vorsicht versucht die Schulter zu reponieren, nur um den Abstieg zu erleichtern im Endeffekt. Als es aber nicht gleich funktionierte haben wir sie immobilisiert und dann trat der Arme mit seinen Kumpels den Heimweg an. Nicht geholfen zu haben schlug mir n bisschen auf die Stimmung den Rest des Tages
Der Sonnenaufgang lies sich davon jedoch nicht beeindrucken und enthüllte Stück um Stück mehr der spitzen Felszacken.
Nach 3 h brachen wir dann auf, das Wetter schien umzukippen und machten uns auf den Weg Richtung Refugio Los Cuernos.
Das geplante Nachtlager, geschätzte Entfernung 23km, eigentlich waren wir den ganzen Tag nur am Schätzen, mehr gaben die Karten auch nicht her. Nachdem wir unsere Zelte und Sachen gepackt hatten zogen wir aus El Chileno los.
Der Weg folgte dem See. Jana, die so ca. Botanik studiert, machte uns häufiger auf verschiedene Pflanzensorten aufmerksam und verschwand auch ein paarmal um nach jenen zu suchen. Javier und ich betrachteten einfach nur das große Ganze ;-).
Nach 2,5 h oder so dachten wir auf Grund unseres zügigen Tempos und der Karte bei ca. der Hälfte angelangt zu sein. Da gerade die Sonne schien wollten wir das Nutzen um zu rasten. Wir setzten uns, angelehnt an unsere Rucksäcke und Jana und Yavier fingen direkt an zu schlafen. Haben sie mir zumindest erzählt, ich bin nämlich vor ihnen eingeschlafen. Wir müssen erschöpft gewirkt haben, als wir aufwachten kreisten nämlich die Condore über uns. Vermutlich in der Hoffnung was zu ergattern. Oder wie stanken einfach wie verwesend. Möglich!
Nach kurzem Gespräch mit 2 Entgegenkommenden erfuhren wir nicht annähernd bei der Mitte waren, diese waren über ihre Lage aber auch im Unklaren. Easy! Ich fing an ein Misstrauen gegen die Karte zu entwickeln. Weiter gings. Riesenfindlinge, zu querende Flussläufe, nicht wahrgenommene knietiefe Schlammlöcher! Es ging auf und ab, die Motivation verhielt sich umgekehrt zur Geländeform. Hinter dem nächsten Hügel muss das Refugio sein!, entwickelt sich zu einer gängigen Falscheinschätzung.
Als wir jedoch dann die Cuernos und das Valle Frances näher kommen sahen wussten wir es konnte nicht mehr weit sein! Und so wars dann auch... nicht!
Ne Quatsch war dann nah, und es war noch fast keiner da! ;-) Ich hab euch ein Bild der verlassenen Gemeinschaftsküche unter gepostet. All die Stille und Naturnähe beim Wandern, hier gabs das nicht. Jana und Javier quälten sich mit der Müdigkeit, man beschloss zur Stärkung einen Calafate Sour zu nehmen. Vorzüglich! Und danach tot ins Zelt zu fallen.
Eigentlich wollten wir ja für Javier ein neues Zelt mieten, aber es gab keines mehr. Da musste er eben mit dem Zelt von Jana Vorlieb nehmen, welch Kummer! :-D
Gegen Abend lichteten sich übrigens die Wolken die uns den Tag über versucht hatten die Sicht zu stehlen und als wir zu Bette gingen standen die Cuernos noch mit rot funkelnden Spitzen über uns.
Freitag, 10. Januar 2014
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